Lienz bis Cotrina d' Ampezzo
Auf dem Weg von der Großglockner Hochalpenstraße über Lienz und Toblach weiter Richtung Cotrina tauchst du in eine der geschichtsträchtigsten und landschaftlich spektakulärsten Regionen der Dolomiten ein. Hier sind die Details für deinen Abschnitt über den Dürrensee nach Cortina d’Ampezzo:
1. Dürrensee (Lago di Landro)
Der See liegt auf 1.406 m im Höhlensteintal und ist ein Naturdenkmal.
- Landschaft: Das markanteste Merkmal ist das milchig-türkise Wasser (verursacht durch feines Gletschermehl) und die Spiegelung der Cristallo-Gruppe im Süden.
- Der "Drei-Zinnen-Blick": Nur ein kurzes Stück nördlich des Sees befindet sich ein berühmter Aussichtspunkt, von dem aus man direkt in das Herz der Drei Zinnen (Nordwände) blicken kann – einer der wenigen Orte, an denen man diese ikonischen Gipfel ohne Wanderung so nah sieht.
- Flora: Die Umgebung ist geprägt von alpiner Trockenvegetation und Schuttkegeln, die nach heftigen Regenfällen oft die Landschaft verändern.
2. Historische Bedeutung: Schluderbach & der Gebirgskrieg
Der Ort Schluderbach (Carbonin) direkt am Abzweig nach Cortina war im Ersten Weltkrieg ein wichtiger strategischer Punkt.
- Frontverlauf: Hier verlief die Dolomitenfront zwischen Österreich-Ungarn und Italien. Wenn du Richtung Cortina fährst, passierst du Gebiete, in denen zwischen 1915 und 1917 ein erbitterter Stellungskrieg im Fels tobte.
- Monte Piano: Oberhalb von Schluderbach liegt das Hochplateau des Monte Piano, heute ein Freilichtmuseum des Ersten Weltkriegs. Dort standen sich die Truppen oft nur wenige Meter voneinander entfernt in Schützengräben gegenüber.
- Soldatenfriedhof Nasswand: Kurz vor dem Dürrensee liegt der beeindruckende Soldatenfriedhof Nasswand, wo über 1.200 Gefallene verschiedener Nationalitäten ruhen – ein stilles Mahnmal dieser Zeit.
3. Cortina d’Ampezzo: Die "Königin der Dolomiten"
Cortina (1.224 m) ist nicht nur ein mondäner Skiort, sondern hat eine tiefe kulturelle Identität.
- Ladinische Kultur: Ursprünglich gehörte Ampezzo über 400 Jahre lang zum habsburgischen Kaiserreich (bis 1918). Die Bevölkerung spricht bis heute Ladinisch, eine rätoromanische Sprache, die älter ist als das moderne Italienisch oder Deutsch in der Region.
- Olympisches Erbe: Cortina war 1956 Gastgeber der ersten im Fernsehen übertragenen Winterspiele. Überall im Ort finden sich Relikte dieser Ära, wie das alte Eisstadion. 2026 werden hier erneut die Olympischen Winterspiele (Mailand-Cortina) stattfinden.
- Geologie: Cortina liegt in einem weiten Talkessel (dem Ampezzaner Becken), umrahmt von den "Hausbergen": der Tofana di Mezzo, dem Monte Cristallo und dem markanten Sorapis. Die Felsen hier bestehen aus hellem Hauptdolomit, der in der Abendsonne das berühmte "Enrosadira" (Alpenglühen) zeigt – eine intensive Rotfärbung des Gesteins.
Treffpunkt:
Restaurant Dürrensee