Grossglockner Hochalpenstrasse
Historischer Kontext: Ein Kind der Krise
Die Entstehung der Straße ist eng mit der wirtschaftlichen Not der Zwischenkriegszeit verknüpft.
- Bauzeit (1930–1935): Inmitten der Weltwirtschaftskrise suchte Österreich nach einem Prestigeprojekt, das Arbeitsplätze schaffen und den aufkeimenden Automobiltourismus fördern sollte. Unter der Leitung des Ingenieurs Franz Wallack wurde die Straße in nur fünf Jahren fertiggestellt.
- Wirtschaftswunder: Wallack setzte auf eine Bauweise, die die Straße harmonisch in das Gelände einfügte, anstatt es zu bezwingen. Bis heute gilt sie als Meisterwerk, da sie trotz extremer alpiner Bedingungen kaum Steinschlag-anfällig ist.
- Pioniergeist: Die Räumung der Schneemassen war anfangs eine Herkulesaufgabe. Erst die Entwicklung spezieller Rotationspflüge durch Wallack machte die Straße früher im Jahr befahrbar. Heute werden jährlich bis zu 800.000 Kubikmeter Schnee bewegt.
Landschaftliche Höhepunkte
Die Straße durchquert alle Vegetationszonen Mitteleuropas – eine Fahrt von 2.500 Höhenmetern entspricht klimatisch einer Reise von Mitteleuropa nach Arktis.
Die Hohe Tauern & der Großglockner
Du befindest dich im Herzen des größten Nationalparks der Alpen. Der Blickfang ist natürlich der Großglockner, mit 3.798 m der höchste Berg Österreichs. Seine markante Pyramidenform dominiert das Panorama der Glocknergruppe.
Die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
Benannt nach dem Besuch des Kaisers im Jahr 1856, bietet dieser Punkt den besten Blick auf die Pasterze.
- Die Pasterze: Mit etwa 8 km Länge ist sie der größte Gletscher Österreichs. Leider ist sie auch ein mahnendes Denkmal des Klimawandels; man kann den Rückzug des Eises von den Aussichtsplattformen aus erschreckend deutlich sehen.
- Fauna: Hier stehen die Chancen extrem gut, Alpenmurmeltiere aus nächster Nähe zu beobachten. Auch der majestätische Steinbock ist in den Steilhängen oft mit dem Fernglas zu entdecken.
Hochtor – Die historische Schwelle
Das Hochtor (2.504 m) ist der Scheitelpunkt der Straße. Schon vor 2.000 Jahren nutzten die Kelten und Römer diesen Saumpfad als Handelsroute über die Alpen. Bei Bauarbeiten fand man sogar eine bronzene Herkules-Statuette, was die jahrtausendealte Bedeutung dieses Übergangs unterstreicht.
Treffpunkt:
Parkplatz Restaurant Fuschertörl
Treffpunkt:
Parkplatz am Hochtor
Treffpunkt:
Parkplatz Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (nur optional je nach Zeit)