Schöllenenschluch und Teufelsbrücke
Die Schöllenenschlucht ist eine wilde, tief eingeschnittene Granitschlucht, durch die sich die junge Reuss tosend ihren Weg bahnt. Jahrhundertelang galt sie als unpassierbares Hindernis auf der Gotthardroute, bis sie um 1200 erstmals durch waghalsige Stege erschlossen wurde.

- Die Teufelsbrücke: Heute überspannen eigentlich mehrere Generationen von Brücken die Schlucht. Die moderne, für den Autoverkehr genutzte Brücke stammt von 1956. Direkt darunter verläuft die ältere Steinbrücke von 1830, die heute für Fussgänger zugänglich ist und einen atemberaubenden Blick in den gurgelnden und stiebenden Abgrund bietet.
- Das Teufels-Wandbild: An den steilen Felswänden prangt ein markantes, grosses Gemälde des Urner Malers Heinrich Danioth (geschaffen 1950, später versetzt und restauriert). Es zeigt den Teufel mit dem Geissbock und erinnert an die berühmte Sage.
- Das Suworow-Denkmal: Direkt neben der Brücke steht ein riesiges, in den nackten Fels gehauenes Kreuz. Es erinnert an die historische, blutige Schlacht vom 25. September 1799, bei der russische Truppen unter General Suworow gegen die Truppen Napoleons um den strategischen Übergang kämpften.
- Das Urnerloch: Direkt oberhalb der Brücke liegt der südliche Ausgang des Urnerlochs – des allerersten Strassentunnels der Alpen (ausgesprengt im Jahr 1707 mit einer Länge von damals etwa 60 Metern).
Die berühmte Sage der Teufelsbrücke
Die Legende besagt, dass die Urner verzweifelt versuchten, eine stabile Brücke über die tosende Reuss zu bauen. Als alle Versuche scheiterten, rief der Landammann entnervt aus: „Soll doch der Teufel eine Brücke bauen!“ Prompt erschien dieser und versprach das Bauwerk – forderte im Gegenzug jedoch die Seele desjenigen, der die Brücke als Erster überquert. Die listigen Urner schickten daraufhin als Erstes einen Geissbock hinüber. Der Teufel fühlte sich betrogen, packte vor Wut einen riesigen Felsbrocken, um die Brücke wieder zu zerstören. Eine fromme Frau ritzte jedoch ein Kreuz in den Stein, was den Teufel schwächte. Er verfehlte sein Ziel, und der tonnenschwere Koloss – der Teufelsstein – blieb bei Göschenen liegen, wo man ihn noch heute unweit der Autobahn sehen kann.